Meine Masterthesis untersucht die meist unsichtbaren Beziehungen zwischen Artefakten und gesellschaftlichen Strukturen. Artefakte sind dabei Objekte, die durch menschliches Handeln entstehen oder verändert werden und in engem Austausch mit sozialen Praktiken, Denkweisen und Routinen stehen. Sie prägen unser Verhalten, vermitteln Wissen und beeinflussen unseren Alltag, ohne dass wir uns dessen bewusst sind.
Ziel der Arbeit ist es, diese verborgenen Wechselwirkungen sichtbar zu machen und dafür zu sensibilisieren, dass Artefakte keine neutralen Gegenstände sind, sondern eine aktive Rolle innerhalb unserer Lebensrealität einnehmen.
Dieses inhaltliche Konzept spiegelt sich direkt in der Gestaltung wider. Die Arbeit ist in zwei klar voneinander getrennte Ebenen aufgebaut, die jeweils eigenständige Textebenen darstellen. Um diese Trennung visuell erfahrbar zu machen, besitzt jeder Teil ein eigenes Papier, ein eigenes Gestaltungsraster sowie ein individuelles typografisches Konzept. Die Inhalte stehen unabhängig nebeneinander und ergänzen sich thematisch, ohne ineinander überzugehen.
Gleichzeitig ist diese Trennung bewusst nur scheinbar. Beide Ebenen sind durch eine offene Fadenstichheftung miteinander verbunden und bilden so ein vernetztes System. Die Gestaltung übersetzt damit den zentralen Gedanken der Arbeit in eine visuelle und haptische Form, in der Eigenständigkeit und Verbundenheit zugleich erfahrbar werden.